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Sehnsucht nach dem Feind

Heute ausnahmsweise politisch: Zwei Semester habe ich Philosophie bei Byung-Chul Han gehört, aber nichts von dem, was er dort gesagt hat, fand ich so gut wie diesen Artikel: Sehnsucht nach dem Feind. Gutes Zeug darin, über den religiösen Extremismus und auch über unser gestörtes Verhältnis zur Arbeit. Dem Pessimisten Han hätte ich so viel Idealismus gar nicht zugetraut:

Das Problem, das mit dem islamischen Fundamentalismus zusammenhängt, ist wesentlich komplexer. Eine radikale Linke würde es nicht lösen können. (…) Was wir heute brauchen, ist eine andere Lebensform, die aber weder rechts noch links ist, eine Lebensform, die Verbindliches und Verbindendes hervorzubringen vermag, ohne dass es eine Form von Gewalt und Ausschluss annimmt, eine Lebensform, in der auch der Spiritualität jenseits der Esoterik als Therapieform, die nur systemverursachte Schäden repariert, Raum gegeben wird, eine Lebensform, in der ein wirkliches Geben, ein wirkliches Teilen jenseits des sharing möglich wird.

„Sehnsucht nach dem Feind“ · 02.02.2015 · Kommentare (0)