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Apathische Merkel; Geez Magazine

Belief rides a bike

Das Geez Magazine beäugt skeptisch die Gesellschaft. Und macht das sehr gut.

Ich hatte noch nie eine Ausgabe in der Hand – aber ich liebe das kanadische Geez Magazine schon so. Als Zeitschrift, die skeptische Blicke auf die Gesellschaft wirft und dabei auch die Kirche nicht verschont, sagt Geez über sich:

We’ve set up camp in the outback of the spiritual commons. A bustling spot for the over-churched, out-churched, un-churched and maybe even the un-churchable. A location just beyond boring bitterness. A place for wannabe contemplatives, front-line world-changers and restless cranks. A place where the moon shines quiet, instinct runs mythic and belief rides a bike (or at least sits on the couch entertaining the possibility).

Geez setzt da an, wo viele schon längst aufgegeben haben, zu hinterfragen. Zu den Themen zählen Umwelt, Konsum und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, in der wir leben. Die Macher kennen sich aus, kommen zum Teil vom ebenfalls konsumkritischen Adbusters Magazine und heimsen seit der Gründung von Geez fleißig Preise ein.

Die schlechte Nachricht: in Deutschland kann man Geez nicht kaufen. Aber ein paar Artikel gibt’s auf der Website. In der aktuellen Ausgabe geht es um Kunst. Herausgeber Aiden Enns schreibt:

The problem [with art] is that beautiful is complicated and not always liberating. We put great works of art on the backs of playing cards. Wonderful public interventions can be reduced to sources of amusement for those absorbed in internet reality.

But there is a side of art which cannot be contained to museum walls or reduced to copies on sale at a store. Fortunately there are artists who pursue an alternative to the two main roles of art: art for art’s sake and art to change the world. The first is overtly apolitical, the second is, well, too heavy to carry us to heaven, or at least convey the sublime. (Alas, there’s a third role of art which occupies too many artists: advertising and marketing.) In the last section of this magazine we’ve created an “art digest” in which we highlighted the work of some of these community-minded artists.

Ein paar dieser „community-minded artists“ werden online vorgestellt.

Ich bin fasziniert davon, wie die Autoren sich Gedanken machen. Große Fragezeichen malen hinter Dinge, die wir schon lange akzeptiert haben. Wie Kaufrausch, Gleichförmigkeit und zitternde Fernseh-Evangelisten. Und das Ganze kommt so gar nicht besserwisserisch daher. So konstruktiv. Eher ein „hey, denk mal nach“, als ein „es ist doch wohl klar, dass“. Find ich gut.

Reinlesen: Geez Issue 09 Preview. Und sagt mir, was ihr denkt.

„Apathische Merkel; Geez Magazine“ · 13.03.2008 · Kommentare (2)

2 Kommentare:


  1. hab mal ein bisschen von dem geez-zeug gelesen (aber nicht den teil, den du verlinkt hast). hatte das gefühl, dass die sehr nach authentizität streben. wirklich sehr. und das tut gut.

    thomas am 19.03.08 um 11:28

  2. ja!

    ach thomi, ich bin ja froh, dass sich jemand dafür interessiert :)

    maze am 19.03.08 um 17:24

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